Julia Stanoeva

Sprecherin, Rezitatorin

Repertoire

Ingeborg Bachmann, Rainer Maria Rilke, Wolfgang Herrndorf, Sybille Berg, Heiner Müller, William Shakespeare, Georg Büchner, Rose Ausländer, Sarah Kirsch

Thematische Programme: Liebe, Meer, Weihnachtszeit

Profil

Julia Stanoeva sammelte schon früh als Kinderstatistin bei Opernproduktionen und später dem Theaterjugendclub des Volkstheaters Rostock Bühnenerfahrung. Sie nahm 2012 das Studium der Sprecherziehung und Sprechkunst auf und fokussierte sich auch hierbei stark auf die Rezitation literarischer Texte vor Publikum. Im Zuge dessen gewann sie 2013 den Publikumspreis des Internationalen Rezitationswettbewerbes in Vechta für ihre Interpretation des »Lenz« von Georg Büchner. 2014 erhielt sie das Deutschlandstipendium der Fakultät IV der Musikhochschule Stuttgart, im selben Jahr wurde sie auch als Stipendiatin bei »Live Music Now« in Stuttgart aufgenommen. Außerdem erarbeitet sie ein eigenes literarisches Programm: »Die Meere«, das mehrfach in Stuttgart und Umgebung aufgeführt wurde.

Julia Stanoevas Wunsch, ihre Kunst auch gesellschaftlich zu nutzen, ließ sie 2015 ihr Studium unterbrechen und ergänzend das der Geografie an der Humboldt Universität Berlin aufnehmen. Ihr schwerpunktliches Interesse richtete sich dabei auf Nachhaltigkeitsforschung, Feministische Stadtsoziologie und Politische Geografie. Seit 2017 wird sie von der Heinrich Böll Stiftung als Studienstipendiatin betreut, wodurch u. A. die Besuche zahlreicher Kongresse und Fortbildungen möglich wurden (z.B. Dokumentarfilmseminar 2018). Nebenbei spielte sie im Jugendclub der Volksbühne Berlin »P14« bei der Stückentwicklung »Apokalypse Manana« mit.

Im Rahmen der Pflichtpratika suchte sich Frau Stanoeva bewusst Schnittstellen zwischen Gesellschaft und Kunst, etwa beim Künstlerkollektiv »Zentrum für Politische Schönheit«, oder gewann Einblicke in die aktive Klimaschutzarbeit des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung in der Leitung des Stabes unter Prof. Schellnhuber. Ihr Geografiestudium schloss sie 2018 mit einer Arbeit über den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn aus performativ-aktionskünstlerischen Methoden für die Nachhaltigkeitsforschung ab. Sie studiert seitdem wieder Sprechkunst in Stuttgart und befindet sich in ihrem Abschlussjahr.

Es ist Frau Stanoeva ein besonderes Anliegen, politischen, sozialen und sogenannten ›privaten‹ Problemfeldern ihre Stimme zu leihen und Denkanstöße abseits der reinen Informationsvermittlung zu geben. Dabei auch literarische Analogien zu bedienen, erklärt sich durch ihre Einstellung, dass viele Hilfestellungen und Reflektionen in der Kunst schon bereit liegen und nur herausgestellt werden müssen.